Jonathan van Doornum – Dunkel da, fröhlich hier

Noch bis zum 17. August ist im Museum de Fundatie in Zwolle die Ausstellung „Dunkel da, fröhlich hier“ mit Werken des niederländischen Künstlers Jonathan van Doornum zu sehen.

In Jonathan van Doornums Skulpturen, Zeichnungen und Performances treffen Technologie, Kommunikation und Magie aufeinander. Seine Werke fertigt er oft aus Aluminium. Kaltes Material, das Van Doornum eine weiche, erzählerische Kraft verleiht, indem er es zum Beispiel in Flammen, Locken oder Schleifen formt. Seine Bildsprache ist sowohl von jahrhundertealten, zeremoniellen Objekten als auch von den modernsten Techniken beeinflusst. Auf diese Weise macht van Doornum eine poetische Welt sichtbar, in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichzeitig existieren. Wechselnde Beziehungen ziehen sich wie ein roter Faden durch diesen.

Weiter heißt es im Text zur Ausstellung: „Die Art und Weise, wie wir miteinander in Kontakt treten, hat sich im Laufe des letzten Jahrhunderts stark verändert. Spiritualität, Religion und Tradition sind weitgehend aus unserem täglichen Leben verschwunden und hinterlassen Lücken, die durch technische Erfindungen gefüllt werden. Das sorgt automatisch dafür, dass unser Wohnumfeld immer funktionaler wird, entkleidet von dem Glanz, den wir aus Kirchen oder mittelalterlicher Architektur kennen. Statt Treffpunkten werden 5G-Masten errichtet. Van Doornums futuristisch anmutende Skulpturen reflektieren dies; Durch die Kombination von digitaler Ästhetik mit ornamentalen Details scheinen seine Bilder Signale aus verschiedenen Epochen auszustrahlen. Seine Arbeit kann daher als Gegenbewegung zu unserer digitalen Revolution verstanden werden, oder als Aufruf, den Kontakt auf anderen oder neuen Wegen zu suchen.

In seinen jüngsten Arbeiten beschäftigt sich Van Doornum vor allem mit der Beziehung zwischen Stadt und Land. Da er in einer ländlichen Gemeinde geboren ist, weiß Van Doornum, dass städtische Gebiete traditionell oft mit einer Mischung aus Unzufriedenheit und Neid vom Land aus betrachtet werden. Dieser Kontrast zwischen Zentrum und Peripherie ist Jahrhunderte alt, auch wenn die vergangenen Wahlen zeigen, dass sich dieses Verhältnis verschiebt. Van Doornum greift viele der Formen und Motive, die man auf dem Land antrifft, in seine neuesten Arbeiten ein. Dazu verwebt er vertraute ländliche Elemente in seine Skulpturen und gibt ihnen eine andere Bedeutung. So reagiert er zum Beispiel auf das Gefühl des Landes gegenüber der Stadt und umgekehrt. Van Doornum geht es darum, Orte zu verbinden, die emotional meilenweit voneinander entfernt sind. Für Van Doornum ist die Antenne, ein Gerät, das Orte aus der Ferne verbindet, ein wichtiges Bindeglied zwischen Stadt und Land: Wie können diese beiden Welten einander näher kommen und was können sie dabei voneinander lernen?“

Über Jonathan van Doornum

Jonathan van Doornum (*1987, Mariënberg, NL) lebt und arbeitet in Zwolle. Er erwarb seinen Bachelor of Fine Art an der ArtEZ in Zwolle und nahm anschließend an verschiedenen Residenzen in Europa teil, unter anderem an der Rijksakademie Amsterdam und Wiels in Brüssel. Seine Arbeiten wurden in mehreren Gruppenausstellungen gezeigt, darunter „Roosen & Guests“ (2023) im Kasteel het Nijenhuis. Van Doornum hatte mehrere Einzelausstellungen, unter anderem bei der Kunstvereniging Diepenheim, bei Wiels in Brüssel (BE) und zuletzt bei SecondRoom in Antwerpen (BE). „Dark There, Joyful Here“ ist seine erste Einzelausstellung im Museum im Rahmen der Fundatie Future Factory, dem Laboratorium des Museum de Fundatie. In diesem Rahmen begeben sich multidisziplinäre Künstler auf die Suche nach dem Herzschlag der Zeit und stellen sich die Frage, welche Themen die Zukunft bestimmen.

Nähere Informationen: Museum de Fundatie, Blijmarkt 20, 8011 NE Zwolle, Telefon 0031 572388188, E-Mail info@museumdefundatie.nl und Internet www.museumdefundatie.nl. Geöffnet ist es dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr.

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