Als ein immer noch junger, aufstrebender Kunstverein bezeichnet sich die 2016 gegründete Hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück.
Angesiedelt ist die hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück in einem ehemaligen Ladenlokal an der Hasestraße 29/30 im Stadtzentrum Osnabrücks. Gegründet wurde die Initiative von zirka 40 aktiven Kunstschaffenden und Kunstinteressierten aus der Region. Seit der Gründung vor fast zehn Jahren zeigt der Verein in seinem Ausstellungsraum „hase29“ sowie im öffentlichen Stadtraum regelmäßig Ausstellungen und Projekte zur Gegenwartskunst.
Auseinandersetzung mit aktuellen Themen
Ziel der Initiatoren ist es, zeitgenössische Kunst einem breiten Publikum zugänglich zu machen und das Potenzial künstlerischer Forschung für die Auseinandersetzung mit der Gegenwart durch Ausstellungen zu vermitteln und durch ausstellungsbegleitende Veranstaltungen und Vermittlungsformate zugänglich zu machen.
Leitgedanke bei allen Aktivitäten der hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück ist ausführlicher auf der Internetseite formuliert der Folgende; „Das Publikum steht im Mittelpunkt sowohl der Kunstprojekte als auch unserer inklusiven und integrativen Bildungsangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Zielgruppenorientierte Vermittlungsformate stellen die Arbeiten vor und ermöglichen so die Teilnahme an Diskussionen und kreativen Prozessen. Menschen mit unterschiedlichen Talenten und Fähigkeiten können zeitgenössische künstlerische Techniken in ihrem eigenen kreativen Schaffen erleben.
hase29 bietet Raum für junge Talente und herausragende Künstlerpersönlichkeiten, die sowohl durch Einladung als auch durch öffentliche Ausschreibungen angesprochen werden. Künstlerinnen und Künstler schätzen hase29 als Ausstellungsort mit hohem künstlerischem Anspruch; Das Publikum versteht den Kunstraum als Treffpunkt für Menschen, die nach Ideen für den Umgang mit künstlerischen Themen und innovativen gesellschaftlichen Fragestellungen suchen.
Die hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst schließt somit eine Lücke im Osnabrücker Kulturleben. Schließlich hat sich der Verein sowohl im Stadtteil als auch innerhalb der sich wandelnden Kulturlandschaft Osnabrücks nach kurzer Zeit einen Namen als kreativer Akteur gemacht. Der Verein lebt vom bürgerschaftlichen Engagement vieler und der ehrenamtlichen Arbeit einzelner Menschen. Mit seinen Sponsoren und Partnern aus Wirtschaft und Politik entwickelt der Verein bürgerschaftliches Engagement. Der Verein ist offen für alle, die sich für Vielfalt und künstlerisch-kreativen Austausch einsetzen.“
Kunst entdecken und kreatives Schaffen für Menschen ab 3 Jahre
Die Angebote des Vereins richten sich an unterschiedliche Gruppen und Altersstufen. Kitas, Schulen und Einrichtungen der Jugendhilfe sowie Erwachsene können auf vielfältige Weise Kunst erleben und selbst aktiv werden. In geführten Rundgängen durch die Ausstellungen wird der Austausch über unterschiedliche Sichtweisen auf die Werke gepflegt. Im Atelier regen Künstlerinnen und Künstler anschließend zu ungewohnten Experimenten an und fördern individuelle Zugänge zu der eigenen Kreativität. Im Mittelpunkt stehen eigene Erfahrungen mit künstlerischem Material und unterschiedlichen Techniken, die Überraschendes hervorbringen. Ob mit oder ohne Praxiserfahrung, das künstlerische Team vom Kunstraum hase29 begleitet Menschen, die Lust am Austausch und kreativen Schaffen haben.
Aktuelle Ausstellungsaktivitäten
Um einen konkreten Eindruck von den Aktivitäten zu erhalten, empfiehlt es sich beispielsweise, die noch bis zum 10. April in Kooperation mit der OsnabrückHalle laufende Ausstellung „MAKRO MAGGIORE Vol. 2“ zu besuchen. Veranstaltungsort ist das Foyer der OsnabrückHalle.
Gezeigt werden Kunstwerke von insgesamt 18 jungen Künstler:innen, die während einer gemeinsamen Exkursion in Formine am Lago Maggiore entstanden sind. Die eindrucksvolle Kulisse regte die Künstler zu diversen Arbeiten an, die ein weites Repertoire von Fotografie über Cyanotypie bis hin zu Zeichnung und Malerei abdecken.
Vertreten sind Werke von Clea Appel, Vivian Blum, Nina Borkowski, Pia Forstner, Deborah Fründ, Maximilian Gerber, Eva Grüter, Kai Kaaden, Hannah Langen, Alexandra Malobrodski, Martje Petruck, Viviane Reschke, Emily Sass, Konstantin Sauer, Charlotte Schmitz, Elisa Sommer, Daniela Witowski und Katharina Wulf.
Das Projekt „Hase29 in der Halle“, das mit dieser Ausstellung bereits zum zehnten Mal stattfindet, ist eine Kooperation zwischen dem Kunstraum hase29 und der OsnabrückHalle/Marketing Osnabrück GmbH. Die Ausstellungsreihe präsentiert regelmäßig Arbeiten von Osnabrücker Künstlerinnen und Künstlern im Foyer der OsnabrückHalle.
Noch bis zum 27. April läuft das Projekt Festivalsektion Campus im Rahmen des alljährlich in Osnabrück stattfindenden European Media Art Festivals „EMAF“ mit Beteiligung der hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst.
Die Festivalsektion „EMAF Campus“ bietet Klassen und Fächergruppen europäischer Akademien und Hochschulen eine Plattform. Mit spannenden Filmprogrammen und vielseitigen Ausstellungen präsentieren die Studenten ihre Arbeiten. Nicht nur im Kunstraum hase29, sondern auch in den Festivalkinos und an verschiedenen Orten der Osnabrücker Innenstadt sind die Beiträge der Studenten zu entdecken.
Die Ausstellung präsentiert Arbeiten von Studenten der Freien Kunst und der Kunstpädagogik, die in den letzten beiden Jahren in der Grundklasse Film/Video der HBK Braunschweig entstanden sind. Filme, Videos, Skulpturen, Performances und Installationen erörtern die Verbindungen zwischen individuellen Erfahrungen und gesellschaftlichen sowie politischen Zusammenhängen. Dabei geht es um verschiedene Perspektiven auf den diesjährigen Themenschwerpunkt der Zeugenschaft.
Die Grenzen des Bezeugbaren und die Unverlässlichkeit von Erinnerung stehen im Zentrum der Praxis von Medea Feidieker, die sich darüber hinaus mit Archivierung auseinandersetzt. Kurdische Identität und Kultur, sowie deren Unterdrückung, sind in der Arbeit von Merivan Kılıç thematisch eng verflochten mit persönlichen Auseinandersetzungen mit Zugehörigkeit. Almina Icingil verbindet Fragen zu Klasse, Migration, Dankbarkeit und Fürsorge mit solidarischen Gesten gegenüber den Opfern von Kriegsverbrechen. Nici Götz zeigt, wie sich Ideologien der Zweigeschlechtlichkeit in institutioneller Architektur verankern, und übt den performativen Widerstand. Embryonale Ultraschallporträts, die für gewöhnlich geschlechtliche Gewissheit liefern sollen, werden von Mika Malon Rüffert radikal gegengelesen, in dem er Geschlecht als Potential und nicht als Urteil verhandelt. Lucian Loebner gibt Einblick in die morgendliche Schwere eines depressiven Selbst, das sich in den sozialen Medien nur schwer verwerten ließe. In den komplexen Narrativen von suKim (Jisu Kim) faltet sich die Vergangenheit auf überraschende Weise mit der Gegenwart zusammen. Mit zarten Mitteln entwirft Tom Brück einen Ort, an dem traumatisierende Erlebnisse innerhalb der Schwulenszene verhandelbar werden. Ama (Emilia Ama Thoms) erschafft ein Monument für Schwarze Menschen, die in Deutschland durch Polizeigewalt getötet wurden, und verhandelt Zeugenschaft dabei als widerständige Praxis gegen fortwährendes Unrecht.
Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch und Freitag von 14 bis 18 Uhr, Donnerstag von 16 bis 20 Uhr und Samstag von 11 bis 15 Uhr. Montags, sonntags und an Feiertagen ist geschlossen.
Nähere Informationen: Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück, KUNSTRAUM hase29, Hasestraße 29/30, 49074 Osnabrück, Telefon: 0541 58051396,E-Mail: mail@hase29.de, Internet: http://www.hase29.de