Auf dem Gelände der ehemaligen Textilfabrik B. W. Stroetmann in Emsdetten befindet sich ein interessanter Standort für die Kunst.
Es war im Jahr 1990, als die Stadt Emsdetten auf die Initiative und Idee des damaligen Stadtdirektors Dr. Hanspeter Knirsch einging und ein Umnutzungs-Konzept für das 1922 errichtete und seit 1985 leerstehende Maschinen- und Kesselhaus der ehemaligen Textilfabrik B.W. Stroetmann auf den Weg brachte. Mit dabei waren auch der im Dezember 1991 gegründete Verein Galerie Münsterland, dem die Stadt Emsdetten im März 1993 die Trägerschaft über das Gebäude zusprach, und der Kunstverein Emsdetten.
1992 wurde mit dem Umbau nach den Plänen des Emsdettener Architekten Hermann Josef Farwick begonnen; und bereits ein Jahr später konnten die Arbeiten abgeschlossen werden. Geschaffen wurde ein weiteres Ausstellungsforum für zeitgenössische Bildende Kunst außerhalb der Metropolen.
Schwerpunkte der Arbeit des Vereins Galerie Münsterland sind die Kooperation mit anderen kulturellen Einrichtungen der Region und die Förderung junger, herausragender Künstlerinnen und Künstler. Außergewöhnliche Ausstellungen sowie internationale und interkulturelle Projekte haben immer wieder überregionale Aufmerksamkeit erlangt. Zu nennen in diesem Zusammenhang sind das Projekt „Genesis“, bei dem Künstler aus Zimbabwe zu Gast waren, oder das Projekt „Kimchi und Sauerkraut, bei dem Künstler aus Deutschland und Südkorea in einen kreativen Dialog traten. Bekannt geworden sind auch verschiedene kunstpädagogische Aktivitäten, die die Galerie organisiert hat, wie „Wege übers Blau“ im Rahmen des Städtebau-Projekts „Regionale 2004“.
Unterstützung erhält die Galerie bei ihrer Arbeit auch über die Kunststiftung Nordrhein-Westfalen und die Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes.
Geleitet wird die Galerie von Niina Valavuo. Sie hat Kunstgeschichte, Skandinavistik und Komparatistik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität in Bonn studiert. Später absolvierte sie an der Fernuniversität Hagen ein Aufbaustudium in Kulturmanagement. Zudem ist sie zertifizierte PR-Referentin. Seit mehr als 20 Jahren ist Niina Valavuo als Kulturmanagerin unterwegs: vor allem im Bereich zeitgenössische bildende Kunst, aber auch für spartenübergreifende Projekte – Literatur, Musik, Tanz, Theater, Film. Sie hat zahlreiche Kulturprojekte entwickelt, kuratiert und durchgeführt: mit den Schwerpunkten Kunst im öffentlichen Raum sowie partizipative und inklusive Kunstprojekte. Die Konzeption und Realisation interdisziplinärer Rahmen- und Sonderveranstaltungen runden ihr Profil ab. Seit Juni 2024 ist Niina Valavuo Mitglied im Kulturrat Münsterland.
Mit dabei: Der Kunstverein Emsdetten
In dem Gebäude ist auch der Kunstverein Emsdetten ansässig. Dreimal im Jahr stellt der Verein neben arrivierten Künstlerinnen und Künstlern auch junge und jüngste Nachwuchstalente aus. Der Emsdettener Kunstverein wurde 1983 auf Anregung ortsansässiger Künstler und Kunstinteressierter gegründet. Das Interesse war so groß, dass sich schon am Abend der Gründung zirka 60 Personen als potentielle Mitglieder eintrugen. Heute hat der Emsdettener Kunstverein rund 110 Mitglieder; und seit der Gründung können die Verantwortlichen auf mehr als 100 Ausstellungen mit namhaften Künstlern wie K.O. Götz, Fred Thieler, Christo & Jeanne-Claude, Ralph Fleck, Helle Jetzig, Daniel Tschannen und Michael Schönholtz zurückblicken.
Zuletzt war die die Ausstellung „OST/WEST“ mit Werken der Berliner Künstlerin Bettina Scholz zu sehen. Sie hat Malerei/Freie Kunst an der Kunsthochschule Berlin Weissensee und am Chelsea College of Art in London studiert und 2012 als Meisterschülerin in der Klasse von Prof. Antje Majewski abgeschlossen. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in der Kunsthalle Rotterdam, den Deichtorhallen Hamburg, der Kunsthalle Exnergasse in Wien und dem Künstlerhaus Bethanien Berlin gezeigt. 2016 gewann sie (zusammen mit Lola Göller) den Open Call für Ausstellungsprojekte der Kunsthalle Exnergasse in Wien für das Konzept „Antenna Futura“. Sie wurde 2014 für den Hans-Purrmann-Preis nominiert, 2020 für den Preis der Kunsthalle Lingen und 2022 für den Konrad-von-Soest Preis des LWL- Museum für Kunst und Kultur, Münster. Seit November 2021 ist sie Professorin für Malerei an der Alanus Hochschule, Mannheim/Alfter bei Bonn.
Nähe zur Innenstadt
Die Galerie Münsterland liegt gemeinsam mit dem sozio-kulturellen Zentrum „Stroetmanns Fabrik“ und der „Ems-Halle“ (Sport- und Konzerthalle für bis zu 3000 Besucher) auf dem Gelände der ehemaligen Textilfabrik in der Parkanlage Hof Deitmar. Ein „Säulengarten“ sowie großzügig gestaltete Außenanlagen verbinden die Gebäude miteinander. Die Anlage befindet sich in direkter Nachbarschaft zur Innenstadt und bildet auch dadurch ein einzigartiges Veranstaltungszentrum im Münsterland. Die Räume der Galerie Münsterland haben durch zurückhaltende architektonische Eingriffe den unverwechselbaren Charakter der alten Industrieanlage bewahrt.
Geöffnet sind die Räumlichkeiten am Donnerstag und Freitag von 16 bis 19 Uhr, am Samstag von 15 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.