Ein Zwischenstand
Angesichts der Bandbreite der Faktoren, die mit dem Thema Kunst verbunden sind, lässt Autor Georg W. Bertram seinen Leserinnen und Lesern eine Atempause, in dem er in einem weiteren Kapitel eine Zusammenfassung dessen gibt, was in seinem Buch „Kunst – Eine philosophische Einführung“ betrachtet und begrifflich definiert wurde.
Klar stellt er heraus, dass für ihn Kunst Gegenstände sind, „die grundsätzlich fragwürdig sind.“ Da kommt der Betrachter ins Spiel, dessen Frage beim Umgang mit der Kunst nicht „Was ist Kunst?“ sein sollte, sondern vielmehr „Welchen Wert hat die Kunst für uns?“ – und damit ist nicht der materielle Wert gemeint. Noch einmal kommt er auf den Begriff des Selbstverständigungsgeschehens zu sprechen, was sich vielleicht mit dem geistigen ( und emotionalen?) Prozess, den ein Kunstwerk beim Betrachter auslöst – oder auch nicht, verständiger ausdrucken lässt. Für Bertram bleibt die Frage, in welcher Form diese geschieht und ob sie dem Gegenstand der Kunst gerecht wird oder gerecht werden kann. Eines ist für ihn klar: „Das Geschehen der Kunst … ist immer von einer Reflexion beziehungsweise einem Streit um die Kunst begleitet.“
Und was die Philosophie der Kunst angeht: Für den Autor kann sie die Reflexion über Kunst beziehungsweise den Streit um sie deutlich machen. Und so formuliert er es deutlich: „Der Philosophie der Kunst darf man zutrauen zu erläutern, inwiefern Kunst ein Selbstverständigungsgeschehen darstellt und inwiefern sie sich von anderen Selbstverständigungsgeschehen (wie dem Tagebuchschreiben und der Psychotherapie) unterscheidet.
Es gibt für Bertram aber auch Grenzen dessen, was die Philosophie zu leisten vermag und was nicht: „Die Philosophie der Kunst kann Fragen, Begriffe und Konzepte explizit machen, die in einer ästhetischen Praxis – also der bewussten Auseinandersetzung mit Kunst – im Spiel sind. Durch ihre Explikation trägt sie günstigenfalls zu einer Bereicherung dieser Praxis bei. Sie kann allerdings nicht den Anspruch erheben, ein notwendiger Teil einer ästhetischen Praxis zu sein. Sie muss sich jederzeit vor der Kunst dadurch rechtfertigen, dass ihr Beitrag aufschlussreich und weiterführend ist. In diesem Zusammenhang sei angemerkt, dass das ein schwieriges Unterfangen ist.
Trotz vieler schon angesprochener Aspekte der Kunst und ihrer Betrachtung weist der Autor darauf hin, dass seine Ausführungen bis hierhin nur „Teil eines Vorspiels in Sachen Kunst“ gewesen seien.
Aber dazu mehr im nächsten Teil der Kunstbetrachtungen.