Was im Museum hängt – Die letzte Folge der Reihe zum Thema Kunst endete mit dem Thema Institutionen-Theorie und ihrer inhaltlichen Substanz. Daran gibt es Kritik.
Kunst ist das, was im Museum hängt, lautet also äußerst verknappt die von dem amerikanischen Kunstphilosophen George Dickie vertretene Institutionen-Theorie.
Autor Bertram ist von dieser These nicht überzeugt und begründet seine Zweifel mit einer einfachen Frage: Was ist eine Kunstinstitution? Gehört eine Konzerthalle, in der eine Rockband spielt, ebenso dazu wie ein Jazzclub oder ein Multiplexkino? Bertram vertritt die Auffassung, dass diese Frage objektiv kaum zu beantworten ist.
Kunstkritik als Maßstab
Ähnlich ist es mit der Kunstkritik als Maßstab für die Bewertung von Kunst. „Ist Kunst nur, was in den Feuilletons großer Zeitungen als Kunst besprochen wird?“, fragt Bertram. Und die Frage lässt sich erweitern: Welches Feuilleton bestimmt,
„… keine Erfahrung, die man von außen bestimmen oder diagnostizieren kann …“
was Kunst ist, dass der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Allgemeinen oder der Zeit? Gilt auch das Feuilleton einer kleineren Lokalzeitung als Maßstab, oder eine Kultursendung im Fernsehen?
Der Autor von „Kunst – Eine philosophische Betrachtung“ kommt vor lauter ungelöster Fragen wieder auf die Erfahrung zurück, die der Betrachter eines als Kunst deklarierten Objektes macht oder machen sollte: „Ein Kunstwerk … muss als Kunstwerk erfahren werden, um als das Werk, das es ist, erkennbar zu sein. Die Erfahrung allerdings muss man machen.“ Für Bertram ist dabei eines ganz wichtig: „Sie ist keine Erfahrung, die man von außen bestimmen oder diagnostizieren kann.“
Ebenfalls wieder in den Blick geraten der Betrachter und natürlich seine Bewertung, ob er etwas als Kunst ansieht und eine entsprechende Erfahrung macht. Das führt den Autor zu einer weiteren wichtigen Frage: „Welchen Wert hat die Kunst für uns?“ Als Beispiel nennt er Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ und das, was sie beim Zuhörer auslöst oder nicht, auch wenn er das Stück nicht zielgerichtet, sondern zufällig gehört hat.